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Mein Traum vom Leben

Moderatorin: Herzlich Willkommen bei Radio fm in unserer Sendung „Träume leben“. Heute ist Jule Meier unser Gast. Sie hat ihr größtes Ziel im Leben bereits erreicht. Eine ganz schöne Leistung mit jungen 35 Jahren, finden Sie nicht? Sind Sie auch schon so gespannt wie ich, diese junge Frau kennen zu lernen und das Geheimnis um ihren Traum zu lüften? Dann bleiben Sie dran, denn gleich nach den Nachrichten geht es los, wie jeden Freitagabend von halb sechs bis sieben Uhr. Bis gleich...

Da sind wir wieder. Frau Meier erzählen Sie mal. Sie sind Meeresbiologin und haben die letzte Zeit an ihrer Studie gearbeitet. Fassen Sie die Ergebnisse einmal für uns zusammen? Und was hat das mit ihrem Traum zu tun?

Jule: Ja, gerne doch. Zu meinem Projekt ist zu sagen, dass ich die letzten zwei Jahre viel Herzblut und Energie in die Studie gesteckt habe. Bei dieser waren die Auswirkungen der globalen Erderwärmung auf Meerespflanzen besonders interessant. Ziel meiner Studie war es, vor allem an der Algenart „Macrocystis pyrifera“, besser bekannt als Riesentang, zu forschen. Eine sehr spannende Sache... Und mein Traum war genau das, Meeresbiologin zu werden, Neues zu entdecken.

Moderatorin: Das glaube ich gerne. Aber zwei Jahre sind schon eine ziemlich lange Zeit. Gab es denn auch Momente, in denen Sie am liebsten aufgegeben hätten?

Jule: Klar gab es auch schwere Zeiten, aber ich liebe und lebe meinen Job. Ich habe es nie bereut, mich für diesen Beruf entschieden zu haben.

Moderatorin: War es denn schon immer Ihr Wunsch, Meeresbiologin zu werden?

Jule: Witzigerweise, ja. Schon in der Grundschule, das muss so um 2007 gewesen sein, habe ich davon geträumt. Ich war damals fast so verrückt nach Wasser wie meine beiden Kinder jetzt. Und jedes Mal, wenn die beiden Kleinen wie Delfine fiepend und schwimmend durch unseren Garten flanieren, erkenne ich mich in ihnen wieder und muss an meine Kindheit denken. Abends, wenn es draußen kühl wird, dürfen sie noch eine Folge ihrer Lieblings-Sendung sehen. Und wer hätte es gedacht: Flipper oder Arielle erscheinen auf der Mattscheibe. Genau wie bei mir früher. Schon erstaunlich, dass die Sendungen so lange überlebt haben. Diese Faszination vom Wasser geht noch weiter: Ihre Kinderzimmer sind blau gestrichen mit Fisch-Bordüren an den Wänden. Dadurch fühlen sich vielleicht auch ihre Guppies wohl (lacht). Selbst ihre Bettdecken und Schulranzen sind mit Unterwasserlandschaften und Korallen bedruckt. Das kann ich sehr gut verstehen. Für mich gibt es nichts Entspannenderes als die unendliche Weite des blauen Ozeans. Mittlerweile lesen sie auch schon Bücher und Teile meiner Forschungsarbeiten über den gigantischen Lebensraum Wasser. Bei mir hat das ganze wahrscheinlich in unseren Sommerurlauben an Frankreichs Küsten angefangen, in denen ich anstatt in der Sonne zu faulenzen wie verrückt gekeschert habe, um mein Skizzenbuch von Wasserläufern, Fischen und Muscheln zu vervollständigen. Damit, dass wir hierher, in ein kleines, schnuckeliges, weißes Häuschen an Frankreichs Atlantikküste gezogen sind, habe ich mir noch einen großen Traum erfüllt. Außerdem habe ich es meinen Kindern ziemlich leicht gemacht, meinem Hobby, dem Wasser, nachzugehen. Wasser ist einfach mein Element, der Ozean mein Leben und dessen Lebewesen meine große Leidenschaft.

Moderatorin: Aha. Also eine geborene Nixe. Wenn man so viel Zeit mit dem Beruf verbringt, wie schafft man es dann, dass man nichts im Leben verpasst?

Jule: Mit Familie ist das tatsächlich nicht ganz leicht, obwohl meine Kinder sich ja ,wie schon gesagt, längst an meine Faszination vom gigantischen Lebensraum Ozean gewöhnt haben und diese teilen. Außerdem unterstützt mich mein Mann nicht nur beruflich mit seinem Laborteam, sondern auch privat so tatkräftig, dass mir jeden Tag aufs Neue klar wird, wie sehr ich ihn liebe. Und jede freie Minute widme ich meiner Familie. Dann machen wir zum Beispiel ein Action-Wochenende, indem wir uns einen windschnittigen Katamaran mieten und weiter draußen tauchen. Vor kurzem waren wir erst surfen, denn zu meinem letzten Geburtstag habe ich ein Kite-Surfboard bekommen. Das macht echt unglaublich viel Spaß, obwohl ich es auch genießen kann, einfach mal einen Spiele-Abend mit ein paar Freunden zu machen oder ein gutes Buch zu lesen.

Moderatorin: Schön, dass Sie uns so viel über sich erzählen konnten. Vielen Dank, dass Sie da waren. Haben Sie noch abschließend einen Alltags-Tipp?

Jule: Mein Lebensmotto ist: Immer mit offenen Augen durch die Welt gehen, denn nur so kannst du den Zauber der Welt entdecken. Das predige ich auch immer meinen Kindern. Aber nicht, dass Sie jetzt denken, dieser Tipp trifft nicht auf Sie zu. Man hat nie ausgelernt und ich wette, auch Sie werden nächste Woche etwas Tolles, Neues sehen.

Moderatorin: Das war es auch schon für heute mit „Träume leben“. Ich hoffe, wir hören uns nächste Woche wieder, dann mit Holger Heuser, der sich seinen Traum von einer Kart-Bahn verwirklicht hat. Wie jeden Freitagabend um 17.30 Uhr. Jetzt geht es weiter mit Mareike Brenner und der besten Musik von heute.

Franziska und Hanna

Otto-Hahn-Gymnasium Springe

9. Klasse